Pippi Langstrumpf und der seltsame Olivenbaum
Eines Morgens wachte Pippi Langstrumpf in der Villa Kunterbunt auf und stellte fest, dass etwas ganz und gar Ungewöhnliches im Garten stand. Zwischen dem Pferd auf der Veranda und Herrn Nilsson im Apfelbaum wuchs plötzlich ein knorriger Baum mit silbrig-grünen Blättern. „So einen hab ich noch nie gesehen“, sagte Pippi und stellte sich kurzerhand auf den Kopf, um ihn besser zu betrachten. „Sieht aus, als käme er aus einem Land, in dem die Sonne immer Urlaub macht.“ Tommy und Annika kamen herbeigelaufen. „Das ist ein Olivenbaum!“, rief Annika. „Der wächst sonst nur im Süden.“ Pippi grinste. „Na siehst du! Dann hat er sich wohl verlaufen. Das passiert mir auch dauernd.“
Sie kletterte flink in den Baum und schüttelte ihn vorsichtig. Kleine grüne Oliven purzelten herunter. „Die sehen aus wie Murmeln, die man essen kann!“, lachte Pippi. „Perfekt für ein Picknick mit Mittelmeer-Gefühl.“ Kurze Zeit später saßen die drei Kinder im Garten, aßen Brot mit Oliven, während Pippi erklärte, dass Olivenbäume sehr alt werden können. „Dann ist das hier also ein richtig weiser Baum“, sagte sie ernst. „Der darf bleiben. Jeder Garten braucht jemanden, der schon viel von der Welt gesehen hat.“
Und so bekam die Villa Kunterbunt nicht nur einen neuen Baum, sondern auch ein kleines Stück Süden – ganz ohne Kofferpacken.